Zungenband-Durchtrennung (Frenotomie)
bei Säuglingen und Kindern
Ein zu kurzes Zungenband (Ankyloglossie) kann die Beweglichkeit der Zunge einschränken. Bei manchen Kindern führt das zu Stillproblemen oder später zu Auffälligkeiten der Mundmotorik. Entscheidend ist nicht der reine Blickbefund, sondern ob eine funktionelle Einschränkung vorliegt.
Wann ist eine Behandlung sinnvoll?
Eine Frenotomie wird erwogen bei:
anhaltenden Stillproblemen trotz Stillberatung
schmerzhaftem Stillen bei der Mutter
ineffektivem Saugen oder sehr langen Mahlzeiten
unzureichender Gewichtszunahme im Zusammenhang mit Trinkproblemen
deutlich eingeschränkter Zungenbeweglichkeit
funktionellen Auffälligkeiten bei älteren Kindern
Nicht jedes kurze Zungenband muss behandelt werden.
Unser Vier-Augen-Prinzip
Die Entscheidung erfolgt bei uns bewusst interdisziplinär:
Kinderfachärztliche Untersuchung
Diplomierte Stillberatung (Kinder- und Säuglingskrankenpflege)
Enge Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeter Physiotherapeutin
So stellen wir sicher, dass nicht nur der Befund, sondern vor allem die Funktion von Zunge, Saugen und Mundmotorik beurteilt wird.
Ablauf des Eingriffs
kurzer ambulanter Eingriff
Dauer: wenige Sekunden
Schmerz: ähnlich wie bei Biss in Wange
bei jungen Säuglingen mit oder ohne lokaler Betäubung
meist unmittelbares Stillen oder Füttern danach möglich und gewollt
Nachbetreuung
Ein wichtiger Teil der Behandlung ist die strukturierte Nachsorge:
Anleitung zu Mobilisations- und Dehnübungen
Verlaufskontrolle in der Ordination
bei Bedarf weitere Begleitung durch Stillberatung und Physiotherapie
Wichtig zu wissen
Die Durchtrennung wird nur bei klarer funktioneller Relevanz empfohlen. Vor jeder Entscheidung erfolgt eine ausführliche Untersuchung und persönliche Beratung.
Terminvereinbarung
Für eine individuelle Abklärung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Ordination.